Warum Öl- und Gasheizungen trotz „Technologieoffenheit“ aktuell ein Risiko sind
- Eham Johann
- 4. März
- 2 Min. Lesezeit

Auch wenn die politischen Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz stärker auf „Technologieoffenheit“ setzen, bleibt aus Sicht vieler Eigentümer eine praktische Frage entscheidend:
Wie planbar sind die laufenden Energiekosten über 15–25 Jahre? Genau hier sprechen die aktuellen geopolitischen Entwicklungen gegen neue Öl- und Gasheizungen.
Hormus zeigt das Kernproblem: Abhängigkeit + Preisschocks
Die Straße von Hormus ist ein globaler Energie-Engpass. Über diese Route läuft ein sehr großer Teil des weltweiten Seehandels mit Öl und auch LNG (Flüssiggas). Die U.S. Energy Information Administration beschreibt die Meerenge als wichtigsten Öl-Transitkorridor. In den letzten Jahren liefen dort mehr als ein Viertel des globalen seeseitig gehandelten Öls und rund ein Fünftel des LNG-Handels durch.
Aktuell wird in mehreren Berichten von einer massiven Störung des Tankerverkehrs und stark steigenden Energie- und Transportkosten im Zusammenhang mit Iran/Hormus berichtet.
Unterm Strich heißt das für Hausbesitzer: Bei Öl und Gas kaufen Sie nicht nur eine Heizung – Sie kaufen sich auch ein Preis- und Versorgungsrisiko ein.
„Kann man einbauen“ heißt nicht „ist wirtschaftlich“
Selbst wenn Öl-/Gasheizungen rechtlich wieder leichter möglich werden (Stand Diskussion), bleibt die betriebswirtschaftliche Realität:
Brennstoffpreise reagieren sofort auf Krisen und Transportstörungen (aktuell sichtbar am Hormus-Thema).
Versicherung/Transport/Verfügbarkeit können sich kurzfristig verschärfen, was Preise zusätzlich treibt.
Für viele Gebäude ist nicht die Investition der Kessel das Problem, sondern die Kostenkurve über die Jahre.
Zusätzlicher Unsicherheitsfaktor: künftige Quoten & CO₂-Kosten
Die Gesetzeseckpunkte enthalten (je nach finaler Ausgestaltung) zudem Pfade wie eine steigende Beimischung/Quote „CO₂-neutraler“ Brennstoffe für neu eingebaute Öl-/Gasheizungen. Das kann die Brennstofflogistik und Preise weiter verkomplizieren – weil es nicht nur „Öl oder Gas“ ist, sondern zunehmend definierte Qualitäten/Quoten.
Parallel bleibt das allgemeine Risiko steigender CO₂-Kosten bei fossilen Energien bestehen (unabhängig von der konkreten Gesetzesüberschrift).
Was ist die robustere Strategie?
Wenn man Krisen- und Preisrisiken ernst nimmt, ist die robuste Reihenfolge meist:
Wärmebedarf senken (Hülle/Verteilung/Regelung)
Dann die Anlage kleiner, effizienter und flexibler dimensionieren
Lösungen bevorzugen, die weniger importabhängig sind (z. B. Wärmepumpe + PV/Lastmanagement, ggf. Hybridkonzepte dort, wo sinnvoll)
Fazit
Die Debatte um das Gebäudemodernisierungsgesetz kann Regeln verschieben – aber Geopolitik verschiebt Preise. Die aktuelle Lage rund um Iran/Hormus ist ein Reminder: Fossile Heizungen sind nicht nur eine Technikentscheidung, sondern eine Abhängigkeitsentscheidung. Wer heute neu investiert, sollte deshalb weniger auf „dürfen“ schauen – und mehr auf Planbarkeit, Risiko und Gesamtkosten.
Wir helfen Ihnen dabei die richtigen Entscheidungen anhand von Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu treffen.


